Digitale Bildung

Digitalisierung der Ausbildung: Fit für die Zukunft

Die Digitalisierung prägt und verändert den Alltag des Berufs- und Privatlebens. Intelligente Softwares und Endgeräte ermöglichen das Verarbeiten, Bearbeiten und Verbreiten riesiger Datenmengen und erleichtern Lernprozesse während der Ausbildung enorm. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Arbeitsleben und welche Herausforderungen und Chancen damit verbunden sind. 

Was ist Digitalisierung?

Ständig fallen Begriffe wie Industrie 4.0, künstliche Intelligenz oder digitale Revolution im Kontext der Digitalisierung. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff Digitalisierung? Warum ist es so wichtig, dass kleine, mittelständische und große Unternehmen die mit der Digitalisierung verbundenen Maßnahmen in die Tat umsetzen? Vereinfacht gesagt ist die Digitalisierung ein umfassender Transformationsprozess, bei dem durch neue Technologien neue Geschäftsfelder mit digitalen Produkten und Dienstleistungen entstehen. Zugleich verändert der Einsatz digitaler Technologien bestehende Prozesse und liefert einen Mehrwert in der Kundenerfahrung. Unternehmen müssen dafür technische Fähigkeiten und organisatorische Kompetenzen aufbauen, die das gesamte Unternehmen fit für die Digitalisierung machen.(vgl. Definition Digitalisierung Handelsblatt

Wie die Digitalisierung Ausbildung und Arbeit verändert

3D-Drucker, intelligente Roboter und selbstfahrende Autos: Die vierte industrielle Revolution ist unaufhaltbar. Die Digitalisierung verändert dabei die Arbeit und Ausbildung gleichermaßen. Vielfach ist die Rede von der sogenannten “Bildungsrevolution”.Auszubildende nahezu aller Ausbildungsberufe können mit neuen digitalen Lernmitteln wie Lern-Videos, -Apps oder -Communities arbeiten und davon profitieren. Arbeitsabläufe und -anweisungen können zeit- und ortsunabhängig in der Cloud eingesehen und heruntergeladen werden und Tablets werden für das Bedienen von Maschinen eingesetzt.Doch nicht nur die Berufsausbildung verändert sich – auch die beruflichen Tätigkeiten an sich bleiben vom digitalen Wandel nicht unberührt. Das Tätigkeitsfeld eines Mechatronikers oder Ingenieurs ist beispielsweise wesentlich stärker von der digitalen Transformation betroffen als das von Köchen oder Masseuren.Viele Menschen fürchten, dass ihr Beruf durch Automatisierungsprozesse ersetzt werden kann. Doch während einige Arbeitsplätze durch den Strukturwandel verloren gehen, werden mit der Digitalisierung gleichzeitig neue Jobs geschaffen. 

Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung der Ausbildung

Für Auszubildenden und Ausbilder bietet die Digitalisierung der Ausbildung gleichermaßen eine Vielzahl an Chancen:
  • Zeit- und Ortsunabhängigkeit und daraus resultierende höhere Lernautonomie
  • Verbesserte Vernetzung und Interaktionsmöglichkeiten zwischen Lehrenden und Lernenden
  • Bessere Visualisierung und Simulationen von komplexen Sachverhalten, Techniken und Systemen in digitalen Medien
  • Individualisierung von Lerninhalten und Lerntempo
  • Motivationserhöhung
  • Reduktion von Präsenzzeiten und Reisekosten
  • Einfachere Lernkontrollen und Einschätzung von Lernerfolgen
 

Herausforderungen der Digitalisierung der Ausbildung

Grundsätzlich müssen drei neue Herausforderungen im Hinblick auf die Ausbildung gemeistert werden:
  • Aktualität der zu vermittelnden Informationen
  • Integration digitaler Medien
  • Anwendung des Wissens im Arbeitsalltag
Hierbei ist es entscheidend, die Lücke zwischen der Ausbildung und dem späteren Arbeitsalltag nicht zu groß werden zu lassen. Demzufolge bietet sich eine praxisnahe Lernmethodik an.Hinzu kommt, dass die Weiterentwicklung im Bereich der Technik und Digitalisierung schneller voranschreitet, als man in Ausbildungsplänen berücksichtigen kann. Es ergibt sich also eine Diskrepanz zwischen den während der Ausbildung vermittelten und später im Berufsleben wichtigen Fähigkeiten. Diese Lücke gilt es durch angepasste Berufsbildpositionen zu schließen. Bereits während der Ausbildung sollen so Schwerpunkte in später wichtigen Bereichen gelegt werden.Eine wichtige Option ist darüber hinaus die der Zusatzqualifikationen. Sie ermöglichen das Erwerben von Kenntnissen und Fähigkeiten, die über die eigentlichen Ausbildungsinhalte hinausgehen. So sind eine Spezialisierung und umfassendere Schulung der zukünftigen Arbeitskräfte denkbar. 

Welche Anforderungen ergeben sich für Unternehmen und Arbeitnehmer?

Viele Unternehmen werden mit der Digitalisierung der Ausbildung vor eine große Herausforderung gestellt.Hierzu gehört ein Mangel an digitalen Kompetenzen unter Arbeitnehmern sowie eine generelle Furcht vor Veränderungen. Um dem entgegenzuwirken, sollen entsprechende Kompetenzen bereits in der Schule und während der Ausbildung umfassend vermittelt werden.Auch Mitarbeiter können durch Umdenken und die Teilnahme an entsprechenden Weiterbildungsangeboten für den digitalen Wandel fit gemacht werden. Mit Hilfe neuer Medien und einem flexiblen, selbstorganisierten Lernkonzept, ist es in Zukunft möglich, neue Kenntnisse und Fähigkeiten parallel zum Arbeitsalltag anzueignen. Nur auf diese Weise können Unternehmen und ihre Mitarbeiter mit den Entwicklungen Schritt halten und den Wandel selbst gestalten. 

Wie werden Auszubildende als zukünftigen Fachkräfte auf die digitalisierte Arbeit vorbereitet?

Damit Auszubildende optimal auf die digitale Arbeitswelt vorbereitet werden können, müssen sie einige Voraussetzungen für das Lernen mit digitalen Medien erfüllen. Nur so können die neuen Techniken von Vorteil sein.Zuerst muss eine „digitale Medienkompetenz“ entwickelt werden. Auszubildende benötigen Fähigkeiten im Umgang mit den neuen Medien. Hinzu kommt, dass einer der Hauptvorteile der digitalen Medien ein zeit- und ortsunabhängiges Lernen ist. Voraussetzung dafür ist, dass der Auszubildende über eine gute Selbstorganisation verfügt und das Lernen eigenverantwortlich gestaltet. Lernfortschritte der Auszubildenden können mittels „Learning-Analytics-Instrumenten“ analysiert werden. Der Vorteil ist, dass die Lerninhalte und das Lerntempo individuell angepasst werden können.Nur wenn Azubis eine entsprechende Kompetenz im Umgang mit den digitalen Medien besitzen, können die Ausbilder sie ausreichend auf die digitalen, fachlichen Zusatzqualifikationen und neuen Berufsbildpositionen vorbereiten.

Anpassung der Ausbildungsinhalte

Die Grundvoraussetzung für die Vermittlung einer „digitalen Medienkompetenz“ der Auszubildenden ist die Aktualisierung der Ausbildungsinhalte. So verständigten sich die verantwortlichen Ministerien sowie Arbeitgeber- und Industrieverbände im Jahr 2017 auf eine Modernisierung der Ausbildungsrahmenpläne. Mit der Unterstützung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) wurde bereits eine inhaltliche Überarbeitung der Metall- und Elektro-Ausbildungsordnungen vorgenommen. (Mehr zu dem Thema Modernisierung der Ausbildungsordnungen erhalten Sie hier.) 

Neue Lehrmethoden und Lernformen: digitale Medien in der Ausbildung nutzen

Digitale Medien in der beruflichen Ausbildung und Weiterbildung bieten eine große Chance für Lehrende und Lernende. Sie ermöglichen flexibles und auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmtes Lernen. Über das Internet und die damit verbundenen Dienste hat jeder Mensch Zugang auf nahezu unendliche Datenmengen. Lerninhalte werden über Online-Vorlesungen auf virtuellen Campi genauso vermittelt wie über Lernvideos oder interaktive Apps, mit denen der Inhalt spielerisch erlernt werden kann. Über soziale Medien sind Auszubildende miteinander vernetzt und können zum Beispiel in speziellen Foren gezielt Fragen zu konkreten Themen stellen oder sich online in speziellen Lerngruppen treffen.Zu den digitalen Medien gehören Hardware-Komponenten (VR-Brillen, Tablets etc.) und Software (Lernmanagementsysteme, Apps, Webinare etc.), die unterschiedlichen Aspekte des Lernens unterstützen können oder eigens dazu entwickelt wurden.Die Nutzungs- und Anwendungsmöglichkeiten sind dabei vielfältig:
  • Aufbereitung von Inhalten, die online zur Verfügung gestellt werden können (e-Learnings, Lernplattformen)
  • Nutzung webbasierte Lernspiele oder Simulationen und Anwendungen durch Einsatz von VR/AR/MR (Virtual/ Augmented/ Mixed Reality)
  • Verbesserung und Vereinfachung der Kommunikation von Lehrenden und Lernenden über E-Mail, Chats, Skype-Konferenzen, Webinare
  • Speicherung, Bereitstellung und gemeinsame Bearbeitung von Inhalten in Echtzeit (Google Docs, One Note, Dropbox, Wikis, Cloud)
  • Ortsunabhängige Lernfortschrittsüberprüfung durch E-Klausuren und Online-Tests
Hauptmerkmale all dieser Dienste und Methoden sind ihre Zeit- und Ortsunabhängigkeit. Lernende und Lehrende erlangen eine neue Freiheit, wann und von wo sie Inhalte verfügbar machen oder darauf zugreifen. Das Lernen passt sich so dem immer flexibleren Alltag an. 

Die digitale Ausbildung von morgen

Die Digitalisierung der Ausbildung wird in Zukunft alle Branchen und Berufsbilder erreichen, weshalb der digitalen Ausbildung junger Menschen eine besonders wichtige Bedeutung zukommt. Die Nachwuchskräfte von heute sind die Zukunft von morgen. Betriebe, Berufsschulen, Universitäten und die Auszubildenden selbst müssen in die digitale Zukunft investieren. Um die Herausforderungen eines sich immer schneller entwickelnden Marktes und der Wirtschaft zu meistern, wird eine strategische Vorgehensweise gefordert. Auszubildende müssen neue Kompetenzen und Fähigkeiten erlernen. Auch ein Umdenken in Richtung lebenslange Bildung, regelmäßige Weiterbildungen, Spezialisierung und Zusatzqualifizierung muss gefördert werden.