Allgemeines

Mechatroniker Ausbildung im Kontext der Digitalisierung

In Deutschland wurden 8.454 abgeschlossene Ausbildungsverträge im Bereich Mechatronik gezählt und zählt damit zu einer der am stärksten besetzten Ausbildungsberufe. Mechatroniker und Mechatronikerinnen sind Spezialisten für komplexe Systeme der Mechanik und Elektronik. In diesem Beitrag geht es um das Berufsbild des Mechatronikers, seine Aufgaben und die Änderungen der Ausbildung im Zuge der Digitalisierung.

Die Tätigkeit eines Mechatronikers (w/m) im Überblick

Mechatroniker und Mechatronikerinnen finden sich typischerweise im Bereich Anlagen- und Maschinenbau, Fahrzeug-, Luftfahrt- oder Raumfahrzeugbau oder der Medizintechnik. Die Tätigkeit des Mechatronikers bzw. der Mechatronikerin umfasst den Bau von u.a. mechanischen oder elektronischen Baugruppen zu elektrotechnischen Systemen. Dazu gehört das Prüfen von Bauteilen, die sie zu einem komplexen System und Anlagen aufstellen. Die montierten Systeme werden anhand von Schaltplänen programmiert und installiert. Zu den weiteren Aufgaben zählen die Wartung und Reparatur der Maschinen.

Mechatroniker-Ausbildung: Was sind die Ausbildungsinhalte?

In der 3,5-jährigen Mechatroniker-Ausbildung werden Inhalte zu Mechanik, Elektronik, Technik und Informatik vermittelt. Im schulischen Bereich lernen die Auszubildenden berufsspezifische Kenntnisse wie … und mathematische Kenntnisse. Im Ausbildungsbetrieb wird der Umgang mit elektrotechnischen und mechatronischen Systemen, Maschinen und Anlagen erlernt und deren Montage aus verschiedenen Komponenten und Baugruppen. Während der Ausbildung gibt es zwei Abschlussprüfungen, die nach dem 2. Ausbildungsjahr und zum Schluss am Ende der gesamten Ausbildung stattfinden.

Was sind die Voraussetzungen für eine Ausbildung als Mechatroniker/Mechatronikerin?

Für die duale Ausbildung wird in der Regel ein guter Haupt- oder Realschulabschluss vorausgesetzt. Zudem fordern viele Ausbildungsbetriebe handwerkliches Geschick, gutes räumliches Vorstellungsvermögen, eine sorgfältige und selbstständige Arbeitsweise sowie gute Englischkenntnisse.

Ausbildungsvergütung

Die Vergütung hängt vom Ausbildungsbetrieb und seiner Branche ab. Gehälter können von ca. 800€ im ersten Ausbildungsjahr bis zu ca. 1200€ im vierten Ausbildungsjahr variieren. Die Arbeit des Mechatronikers findet normalerweise zu festen Zeiten in Handwerksbetrieben, Fertigungshallen und Werkstätten statt. Dienstreisen sind eher selten.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Berufsbild des Mechatronikers finden Sie beispielsweise unter Berufenet.

Wie wird der Beruf des Mechatronikers (w/m) auf die Zukunft vorbereitet?

Digitalisierung und künstliche Intelligenz sind ein Meilenstein für Industrieunternehmen. Produktionsprozesse werden schneller und effizienter. Kosten können eingespart und Umsätze gesteigert werden. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen an Mitarbeiter, wovon auch der Beruf von Mechatronikern betroffen ist. Damit Auszubildende der Mechatronik in ihrem späteren Beruf über die benötigten Fähigkeiten verfügen, müssen Betriebe und Berufsschulen die Nachwuchskräfte entsprechend auf deren zukünftige Aufgaben vorbereiten.

Folgende Herausforderungen werden an die Mechatronik-Ausbildung gestellt:

  • Überarbeitung der Ausbildungsinhalte
  • Gewährleistung von Datenschutz und Cybersicherheit
  • Bereitstellung neuer Hard- und Software
  • Vorteile der digitalen Kommunikation nutzen und gleichzeitig die klassische Kundenkommunikation nicht vernachlässigen

Die Berufsausbildung muss gleichermaßen von Unternehmen und Berufsschulen verändert werden. Neue Ausbildungsinhalte, die wichtige Kompetenzen wie Datenverarbeitung, Datenschutz und kreatives Denken sind dabei besonders wichtig.

Aber auch neue digitale Lernmethoden sollen genutzt werden, um Lernprozesse effektiver zu gestalten. So können Auszubildende orts- und zeitunabhängig mit Lernplattformen, Apps oder digitalen Foren lernen.

Was bedeutet die Teilnovellierung für den Beruf des Mechatronikers?

Damit Industrieunternehmen die Chancen der Digitalisierung umfassend nutzen können, müssen bereits Auszubildende auf die veränderten Unternehmensprozesse vorbereitet werden. Die Veränderungen durch Digitalisierung, Industrie 4.0 und künstliche Intelligenz müssen sich in den Inhalten der Mechatroniker-Ausbildung wiederfinden. Um dies zu gewährleisten, haben das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), die entsprechenden Ministerien sowie die Arbeiter- und Industrieverbände im Jahr 2017 eine Teilnovellierung der Ausbildungsverordnung und des Rahmenplans der Mechatroniker-Ausbildung beschlossen, welche am 1. August 2018 in Kraft trat. Zu den wesentlichen Neuerungen der seit 2018 gültigen Teilnovellierung gehören:

  • Neue Berufsbildposition „Digitalisierung der Arbeit, Datenschutz und Informationssicherheit“
  • Aktualisierung der betrieblichen Lerninhalte bezüglich der Industrie 4.0
  • Optional wählbare Zusatzqualifikationen

Mit der neuen Berufsbildposition „Digitalisierung der Arbeit, Datenschutz und Informationssicherheit“ sollen Auszubildende der Mechatronik den Umgang mit neuer Hard- und Software erlernen. Es geht dabei um die Arbeit mit digitalen Medien sowie die Gewährleistung der Sicherheit neuer Systeme.

Mit der Verordnung wurden zur Mechatronik-Ausbildung zudem optional wählbare Zusatzqualifikationen hinzugefügt, die berufsübergreifende und interdisziplinäre Kompetenzen vermitteln. Hierzu gehören:

  • Digitale Vernetzung
  • Programmierung
  • Informationssicherheit
  • Additive Fertigungsverfahren

In einer achtwöchigen Weiterbildung können Auszubildende hierbei für den digitalen Wandel relevante Kompetenzen erlernen.

Anna Rust hat einen Master in Management und Entrepreneurship in Lüneburg absolviert und war im Anschluss bei einer Onlineplattform der Sportbranche im Marketing tätig. Seit Juni 2019 unterstützt sie das Marketing-Team von Cornelsen eCademy.