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“Wir sehen großen Mehrwert, um unsere Ausbildungsinhalte zu vermitteln” – Currenta über die Kombination von E-Learning und VR

Gemeinsam mit Weltenmacher und Currenta haben wir Lerninhalte entwickelt, die es Auszubildenden zum Chemikanten ermöglichen, E-Learning und VR-Anwendungen miteinander zu verknüpfen.

Wir haben im Rahmen unserer VR-Aktionswoche mit Currenta gesprochen und fragen nach, woraus der Gedanke entstanden ist, sich mit dem Einsatz der VR-Technik in der Ausbildung auseinanderzusetzen und welche Vorteile sich das Unternehmen davon verspricht. Sven Looser-Wray ist Leiter Ausbildung für Produktionsberufe bei Currenta.

Currenta, Weltenmacher und eCademy haben gemeinsam die VR-Inhalte für den Chemikant entwickelt. Wie kam es zu dieser Kooperation und welche Rolle spielt Currenta dabei?

Looser-Wray: Schon seit längerem besteht eine Zusammenarbeit zwischen der Currenta-Bildung und eCademy, zum Beispiel bei der Entwicklung von E-Learning-Modulen für die Auszubildenden, die Currenta für sich und viele andere Unternehmen schult. In der Zusammenarbeit aus den vergangenen Jahren hat sich das Team von eCademy uns gegenüber bereits als verlässlicher Partner bewiesen. Im Projekt rund um den Einsatz der VR-Technologie in der Chemikanten-Ausbildung kann es optimal seine Erfahrung in der Aufbereitung von Lehrinhalten einbringen.

Sven Looser-Wray, Ausbildungsleiter für Produktionsberufe bei Currenta. (Quelle: Currenta)

Mit den Weltenmachern haben wir das erste Mal im Rahmen eines Kooperationsprojektes für den BAVC (Bundesarbeitgeberverband Chemie) zusammengearbeitet. Nach der Entwicklung des Projektes stand Currenta weiterhin in Kontakt zu den Weltenmachern. 

Diese suchten am Markt nach einem Partner, um VR-Anwendungen für den Ausbildungsbereich zu entwickeln. Ein Feld, das uns auch schon seit längerer Zeit interessiert. Schließlich gingen die Weltenmacher nach Rücksprache mit uns auf eCademy zu und so entstand die aktuelle Konstellation. In intensiven Gesprächen hat sich der Plan herauskristallisiert, die VR-Brillen für die Chemikanten-Ausbildung zu testen.

Herr Looser-Wray, waren VR-Simulationen bereits vor dem Projekt Bestandteil der Ausbildung bei Currenta?

Looser-Wray: Bislang wird die VR-Technologie noch nicht systematisch in unserer Ausbildung eingesetzt. Der Pilot, den wir gemeinsam mit den Weltenmachern für das bereits genannte Projekt für den BAVC entwickelt haben, war aber eine gute Ausgangslage, damit anzufangen. Wir konnten es als Anschauungsobjekt exemplarisch in der Projektentwicklungsphase nutzen.

Warum ist der Wunsch bei Currenta gewachsen, eine VR Anwendung zu entwickeln und diese mit klassischen digitalen Lerninhalten zu kombinieren?

Looser-Wray: Wir sehen hier einen großen Mehrwert, um unsere Ausbildungsinhalte zu vermitteln. Zum einen, da wir uns an die aktuellen Arbeitsplatzbedingungen bei unseren Kunden und der Industrie als Ganzes orientieren. Zum anderen aber auch, um die Auszubildenden auf ganz konkrete Anforderungen in ihren zukünftigen Arbeitsplatzsituationen vorzubereiten.

Welche Vorteile (didaktisch, finanziell) bietet das Lernen mit VR-Simulationen für Ihre Azubis?

Looser-Wray: Die Auszubildenden können individuell auf die Aufgaben reagieren und das Lerntempo frei gestalten, indem sie ganz ohne Druck Übungen beliebig oft wiederholen können. Das ist eine wichtige Komponente hin zum selbstgesteuerten Lernen. Der Transfer zur realen Versuchsanlage gelingt schneller und verständlicher.

Ist das Lernen mit VR aus Ihrer Sicht selbsterklärend oder bedarf es einer intensiven Einführung Ihrer Azubis?

Looser-Wray: Unsere ersten Erfahrungen mit dem System haben gezeigt, dass es für die Auszubildenden durch seine intuitive Bedienweise leicht verständlich ist. Nützlich sind hier vor allem die Interaktionen und die Begleitung mit Assistenten in der virtuellen Lernumgebung, die auf Anfrage ständig Hilfestellung leisten können, wenn es nötig ist. Dadurch können die Azubis auch nach einer einmaligen Einführung schnell starten und bei Fortsetzungen schnell wieder in ihre vorherige Lernsituation hineinfinden.

Warum haben Sie sich für die Realisierung genau dieser VR-Simulation/Aufgabe „Befüllen, Beheizen und Entleeren eines Rührbehälters” entschieden?

Looser-Wray: Da diese Aufgabe eine der grundlegendsten Tätigkeiten für unsere Chemikanten-Auszubildenden ist, ist sie relativ weit vorne in unserem Ausbildungsplan vorgesehen. Der richtige Umgang mit den Rührbehältern ist eine Basis für weitere, komplexere Inhalte im weiteren Ausbildungsverlauf und war deswegen auch das optimale Beispiel für den VR-Test.

Anfang Oktober wurde ein User-Test durchgeführt, bei dem einige Azubis die neu entwickelten VR-Inhalte getestet haben. Gibt es schon erstes Feedback?

Looser-Wray: Die Auszubildenden waren mit hoher Motivation voll bei der Sache. Schließlich sind sie als Digital Natives ständig mit technischen Geräten umgeben und waren sehr neugierig, wie sich diese auch in ihrem Ausbildungsalltag anwenden lassen. Die Ergebnisse des Tests haben gezeigt, dass die VR-Inhalte von ihnen gut angenommen wurden.

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Herr Looser-Wray, welche Geräte nutzen Sie für die Anwendung der VR-Simulationen und wie sind Ihre Erfahrungen damit?

Looser-Wray: Nach der Erstellung des BAVC-Piloten wurde eine VR-Brille des Modells „HTC-Vive“ angeschafft, die qualitativ sehr gute Ergebnisse lieferte. Allerdings war die Einrichtung der Anlage sehr aufwendig, da diese nur kabelgebunden mit einem Hochleistungsrechner funktionierte. Für die Entwicklung der aktuellen Inhalte wurden fünf „Oculus Quest“-Brillen angeschafft. Diese laufen autark, also ohne Rechner und aufwendigen Equipment.

Wie viele Brillen stellen Sie Ihren Azubis bereits jetzt oder in Zukunft zur Verfügung?

Looser-Wray: Aktuell sind fünf Brillen im Einsatz. Wenn die Inhalte flächendeckend, über alle Standorte ausgerollt werden, werden circa 25 Brillen benötigt.

Wie wird VR zukünftig in den Ausbildungsalltag eingebunden? Wie sieht das Lernen der Azubis in der Praxis mit den VR-Brillen aus?

Looser-Wray:  Unsere bisherigen Erfahrungen haben uns gezeigt, dass der Einsatz der VR-Brillen vor allem den Transfer zwischen Theorie und Praxis unterstützen kann. So können wir uns vorstellen, dass Kleingruppen zum Lernbeginn die Inhalte mittels E-Learning und VR erarbeiten und diese Erkenntnisse dann mit der realen Versuchsanlage und den dazugehörigen Lernaufträgen vergleichen.

Welche weiteren VR-Inhalte wären für Sie spannend und warum?

Looser-Wray:  Die Einsatzmöglichkeiten sind eigentlich grenzenlos. Deswegen interessieren wir uns für eine VR-Unterstützung über den kompletten Ausbildungsverlauf, weil es einen deutlichen Mehrwert bringt. VR-Anwendungen sind up-to-date und grundsätzlich ein spannendes, innovatives Thema für die berufliche Ausbildung.

Was sind nächste Schritte in Bezug auf die VR-Inhalte mit Weltenmacher und eCademy? Sind weitere Projekte geplant?

Looser-Wray:  Wir wollen unseren Plan, den gesamten Ausbildungsverlauf mit der VR-Technik abzubilden, in die Tat umsetzen. Deswegen werden wir uns die Ausbildungsinhalte Stück für Stück ansehen und versuchen, die Teilbereiche mit der größten Wirkung in VR abzubilden.

Herr Looser-Wray, was würden Sie rückblickend genau so oder anders machen?

Looser-Wray:  Wir haben schon früh Maßnahmen ergriffen, die sich im Nachhinein als sehr positiv und zukunftsweisend gezeigt haben. Ein Beispiel dafür, das sich bewährt hat, ist die frühe Zusammenarbeit mit eCademy. Außerdem haben wir immer versucht, an aktuellen Entwicklungen mitzuarbeiten, wie zum Beispiel das Projekt des BAVC. Diese beiden Aktivitäten passen jetzt sehr gut zusammen und fügen sich jetzt zu einem Gesamtprojekt zusammen. Ich würde es beim nächsten Mal wahrscheinlich genauso wieder machen.

DANKE an Herrn Looser-Wray und Currenta für das Interview und für die tolle Zusammenarbeit!

Themenwoche: VR & E-Learning

26.-30. Oktober

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Anna Rust hat einen Master in Management und Entrepreneurship in Lüneburg absolviert und war im Anschluss bei einer Onlineplattform der Sportbranche im Marketing tätig. Seit Juni 2019 unterstützt sie das Marketing-Team von Cornelsen eCademy.