Digitale Bildung

Betriebliche Ausbildung 2022: Das sind die Trends

Corona hat die Digitalisierung in vielen Bereichen beschleunigt. Das betrifft auch die Ausbildung. Während der Pandemie haben neue Formen des digitalen Lernens erheblich an Relevanz gewonnen. Ein Zurück zu „Vor-Corona“ wird es nicht geben, sowohl was das Lernen als auch das Arbeiten angeht. Hinzukommt der demographische Wandel und die veränderten  Anforderungen und Bedürfnisse der Generation Z.   

Die neuen Anforderungen machen nachhaltige Veränderungen beim Arbeiten und auch beim Lernen in Unternehmen. Und auch angesichts des Fachkräftemangels ist es wichtiger denn je, zukunftssicher auszubilden und neue Konzepte zu entwickeln, um Fachkräfte und damit Unternehmen zukunftssicher aufzustellen. Was heißt zukunftssicher ausbilden? Und was sind die wichtigsten Ausbildungstrends 2022?
Wir haben sie für Sie zusammengefasst.
 

1. Digitales Lernen wird zur Kernkompetenz

Digitale Lernlösungen – wie die eCademy App – gehören heute in vielen Ausbildungsunternehmen zum Alltag. Sie bieten Azubis und Ausbilder*innen viele Möglichkeiten und Vorteile, die für eine zeitgemäße und zukunftssichere Ausbildung unverzichtbar sind.   

So fördert digitales Lernen den frühzeitigen Erwerb und die Entwicklung von Selbstlernkompetenz, welche in Zeiten sich permanent wandelnder Anforderungen und lebenslangen Lernens eine zentrale Kernkompetenz ist, die im gesamten Arbeitsleben relevant und notwendig sein wird. 

Ebenso ermöglicht digitales Lernen enorme Flexibilität: Azubis können sich ihre Lernzeiten frei einteilen, in ihrem Tempo jederzeit und überall lernen und gezielt neues Wissen digital aneignen oder vertiefen. Mithilfe von Übungen und Simulationen wird das Wissen praxisnah und anwendungsorientiert vermittelt. Azubis können ihren praktischen Ausbildungsalltag in der Theorie üben und sich gezielt auf Prüfungen vorbereiten. Ausbilder*innen werden durch digitale Lernlösungen entlastet, beispielsweise bei der Vermittlung von Grundlagenwissen und können ihre Zeit gewinnbringend einsetzen.   

Die analoge Ausbildung wird jedoch durch digitale Lernlösungen nicht hinfällig oder ersetzt, sondern mit digitalen Möglichkeiten ergänzt und bereichert – praxisnah, flexibel und zukunftssicher aufgestellt.  

2. Mehr anwendungsorientiertes Lernen durch moderne Technologien wie VR

Virtual Reality (VR) bietet in der Ausbildung viele Möglichkeiten. Das haben Ausbildungsunternehmen erkannt und nutzen VR vermehrt für ihren Ausbildungsalltag. Mit VR lassen sich verborgene Prozesse einfach visualisieren und simulieren und theoretisches Wissen unabhängig von den Herausforderungen der Realität in einer sicheren Umgebung anwenden und üben.   

Beispielsweise können Azubis mittels VR Maschinen steuern oder von innen ansehen, die es im Ausbildungsbetrieb nicht gibt oder an denen nur eine begrenzte Anzahl an Azubis lernen kann. Die Vorteile liegen auf der Hand: An der virtuellen Maschine kann der Azubi Reparaturen durchführen und einüben, ohne dass etwas kaputt geht. Zudem fördert das direkte Anwenden des theoretisch erworbenen Wissens in der VR-Maschine den Transfer in die Praxis. 

In der Regel wird die VR-Anwendung jedoch nicht eingesetzt, um das Lernen in Präsenz an der echten Maschine zu ersetzen, sondern dieses möglichst effizient zu ergänzen. So lernen Azubis bspw. relevante Grundlagen, wie etwa den Aufbau der Maschine, mit bestehenden Präsentationen, Übungen und Tests, bevor sie dann im nächsten Schritt ihr neues Wissen in der virtuellen Maschine direkt anwenden – explorativ und realitätsnah durch selbstständige Interaktion innerhalb der 3D-Simulation. Der Transfer zur realen Maschine gelingt dadurch deutlich schneller und verständlicher, zudem wird die Lernzeit an der realen Maschine verkürzt.   

Wir nutzen VR momentan in der Chemikanten-Ausbildung bei Currenta und haben dafür gemeinsam mit Currenta und Weltenmacher ein Blended-Learning-Angebot für Chemikanten entwickelt, das Präsenzlernen, E-Learning und VR effizient miteinander verbindet.   

Girls'Day Auftakt eCademy

3. Lernen wird individueller und damit bedarfsorientierter

Jeder kennt es aus eigener Erfahrung: Während der eine für eine Matheaufgabe sehr lange braucht, häufig Fehler macht und Lerninhalte oft wiederholen muss, langweilt sich der andere, der die Aufgabe sofort erfasst und gelöst hat. Die Lernvoraussetzungen in einer Gruppe sind in der Regel sehr unterschiedlich – die Bedürfnisse der Einzelnen sind individuell. Daher ist es sinnvoll, dass auch die Lernlösung individuell ist. Im Präsenzunterricht in Schulen oder Berufsschulen ist das bis heute kaum möglich, gelernt wird in der Regel „auf  Vorrat“, alle erhalten die selben Lerninhalte und die selben Zeitvorgaben für Klausuren oder Tests.   

Digitales Lernen bietet vielseitige und effiziente Möglichkeiten für individuelles Lernen in der Ausbildung, die sich am Bedarf des Lernenden orientieren und im „Moment of Need“ unterstützen.   

So können Azubis Inhalte, die bekannt sind, auslassen oder solche, bei denen es noch Schwächen gibt, gezielt wiederholen. Auch das Lerntempo kann jeder für sich selbst bestimmen. Den Ausbilderinnen und Ausbildern kommt beim digitalen Lernen die Rolle der Lernbeleiter*innen zu, die individuelle Lernwege ermöglichen und zugleich zielgruppengenau und bedarfsorientiert unterstützen, wo es nötig ist. Dazu stellen sie bspw. in der eCademy App individuelle Lerneinheiten in Lernlisten zusammen, um Azubis bedarfsgerecht zu fördern. Solche Lernlisten können zum Beispiel für Ausbildungsjahrgänge, nach Berufsschulwochen oder für einzelne Auszubildende mit individuellem Förderbedarf erstellt werden.   

Über „Reports“ haben die Ausbilder*innen dabei stets den Lernstand ihrer Azubis im Blick, eine wichtige Grundlage, um auf einzelne Auszubildende bzw. eine Gruppe von Auszubildenden eingehen und den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen gerechter werden zu können.  

4. Zukunftskompetenzen spielen eine immer größere Rolle 

Die Arbeitswelt wird sich in den kommenden Jahren durch die Digitalisierung, Globalisierung und die demografische Entwicklung stark verändern. Die Berufsbilder sind dementsprechend im Wandel, neue Anforderungsprofile entstehen. Das hat Auswirkungen auf die berufliche Ausbildung: Sie muss für die Anforderungen der modernen Arbeitswelt weiterentwickelt werden. Dabei spielen Future Skills eine entscheidende Rolle. Future Skills sind zentrale Fähigkeiten, welche auf dem Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren zunehmend von Unternehmen nachgefragt werden. Für eine moderne und zukunftsorientierte Ausbildung ist die Vermittlung solcher Zukunftskompetenzen ein Muss, denn sie macht Azubis und Fachkräfte fit für die künftige Arbeitswelt und ermöglicht ihnen, sich zukunftssicher aufzustellen.   

Wir haben deshalb unsere Lernapp frühzeitig um Inhalte zur Vermittlung einiger zentraler Zukunftskompetenzen erweitert und werden diese kontinuierlich ergänzen. Beispielsweise gibt es Lerninhalte zur Vermittlung digitaler Kompetenzen, eine Schlüsselqualifikation im modernen Berufsalltag. Auch das Thema Datenanalyse, welches Azubis befähigt, Daten zu verstehen und sinnvoll anzuwenden ist eine neue Lerneinheit, in unserer App, die auf die Vermittlung relevanter Zukunftskompetenzen abzielt. Gleiches gilt für die Lerninhalte zum agilen Arbeiten und zum Umgang mit 3-Druckern.   

Aber auch für die Ausbildung gilt, nichts ist so beständig wie der Wandel. Um arbeitsmarktfähig zu werden und zu bleiben werden Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Selbstlernkompetenz wichtige Eigenschaften eines jeden Einzelnen bleiben, um auf Veränderungen reagieren und diese als Chance annehmen zu können.  

So setzen andere Unternehmen eCademy in ihrer Ausbildung ein

Sie kennen die eCademy App noch nicht?

Überzeugen Sie sich selbst und steigen Sie ein in das digitale Lernen:

Paula Petersen hat Wirtschaftspsychologie mit dem Schwerpunkt Marketingmanagement und Innovation in Köln studiert. Als Junior Marketing Managerin hat sie bereits unterschiedliche Erfahrungen im Marketing gewonnen. Seit November 2020 unterstützt sie das Marketing-Team von Cornelsen eCademy.